Zug

Ein Schritt im Spiel — Schach, nicht Reise, nicht Charakter.

Du setzt den König nicht, weil dir nach König ist. Du ziehst, weil in dieser Stellung dieser Stein so gehen darf. Nach dem Zug ist die Stellung eine andere. Manche Züge sind illegal; manche legal und schlecht.

Wittgenstein: Reden und Handeln sind so. Ein Satz, ein Feature, ein Schweigen ist kein Bild hinter der Praxis. Es ist ein erlaubter oder unerlaubter Schritt in einem Sprachspiel (Spec-Review, Zweifel, Rechtfertigung, Bauen). Die Bedeutung zeigt sich am nächsten Zug — an der Antwort der Stellung — nicht am Objekt hinter dem Wort. Action is its own sight.

Der Zug existiert schon im Handlungsspielraum, auch wenn du ihn nicht ziehst. Ungeduld oder Irritation sind nur ein Anlass, das zu merken. Sie sind nicht der Zug und nicht die Tugend. Siehe ungedult-als-erster-zug, impatience-as-a-virtue.

Kalibrierung, Erklärung, Bauen: jeweils ein Zug — nicht die Haltung „ich bin jemand, der sich kalibriert“. Siehe kalibrierung-ist-ein-zug-nicht-eine-haltung.

Es gibt Haltungen, die man kultivieren kann: solche, die Züge sehen lernen. Feldenkrais in posture: gute Haltung ist, jederzeit in jede Richtung gehen zu können, ohne Vorbereitung. Das ist nicht der Zug. Das ist der Spielraum, in dem Züge sichtbar werden. Haltung als Ersatz für den Zug ist posturing; Haltung als Beweglichkeit ist Grat.

Denselben Zug wiederholen, weil er sich „richtig“ anfühlt, gräbt die Rinne. Einen Zug tun, der die Stellung ändert und Kräfte im Spiel lässt: Grat.

Siehe: haltung-ist-nicht-der-zug, llm-capture.wittgenstein-gendlin-ueber-gewissheit